25. November 2025 | Heinz W. Süess (unterstützt durch KI)
Im Alterszentrum Sonnentau war die Stimmung kurz vor Weihnachten wie immer festlich, doch 2025 schien ein Schatten über dem Haus zu liegen. Die Leitung plante die grosse Samichlaus-Feier, bei der alle Bewohner, Mitarbeitenden und Ehrengäste teilnehmen sollten. In den Tagen vor dem 6. Dezember gab es merkwürdige Vorfälle: Mehrfach hatte man nachts Schritte im Flur gehört und das dumpfe Lachen des Samichlaus, obwohl keiner ihn je zu Gesicht bekommen hatte.
Am Morgen des 5. Dezember fehlte Herr Baumgartner, ein geschätzter Bewohner, beim Frühstück. In seinem Zimmer fand man sein gemachtes Bett, eine Schokoladenglocke auf dem Nachttisch und Spuren von rotem Stoff unter dem Fenster. Die Heimleiterin Frau Keller wirkte ungewohnt nervös und verwies auf die laufenden Feier-Vorbereitungen.
Die Verdächtigen und ihre Geheimnisse
1. Frau Keller, Heimleiterin
Seit der letzten Kontrolle steht sie massiv unter Druck. Ihr Ruf steht auf dem Spiel, der Trägerverband verlangt mehr Transparenz und ein neuer Investor droht mit Kürzungen. Sie kontrolliert streng alle Mitarbeitenden, doch ihr Büro bleibt nachts beleuchtet.
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Jana bemerkt: Keller spricht auffällig abwertend von Baumgartners „kritischer Art“.
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In den Personalakten: Notizen zu Sanktionen gegen Mitarbeitende, darunter Meier und Baumann.
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Auf dem Schreibtisch taucht ein alter Nikolaus-Button auf, den ihr niemand zuordnet.
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Keller behauptet, in der Tatnacht im Büro gearbeitet zu haben. Ihr Kalender zeigt aber einen privaten Termin.
2. Herr Meier, Pflegedienstleiter
Seit nur drei Monaten im Haus fühlt er sich übergangen. Zuletzt gab es Streit um die Dienstplanung, Baumgartner hatte sich bei ihm beschwert.
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Jana findet Meier spät nachts im Flur. Seine Schuhe sind dreckig vom Hof.
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Die Kameraaufzeichnungen, die er überprüfen sollte, fehlen auffällig für die Tatnacht.
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In Meiers Spind findet sich ein Schlüsselbund mit zwei Schlüsseln, die nicht zum Gebäudeplan passen.
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Meier gibt an, Baumgartner in der Nacht noch gesehen zu haben – aber niemand bestätigt das.
3. Frau Baumann, Veranstaltungskoordinatorin
Ihre Weihnachtsvorbereitungen sind legendär. Doch sie fühlt sich zunehmend ignoriert, weil Keller die Planung an einen Externen abgeben wollte.
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Ihr Büro ist voll Stoffresten und Bastelmaterial. Rote Stoffschnipsel liegen auf dem Boden.
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Sie widerspricht sich mehrfach: Zuerst sagt sie, sie habe alles allein vorbereitet, dann habe Herr Schmid die Nikolaus-Tracht gebracht.
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In der Nacht habe sie den Samichlaus gesehen, aber sie kann das Gesicht nicht beschreiben, nur die „tiefe Stimme und schleppenden Gang“.
4. Herr Schmid, externe Aushilfe
Er sollte nur die Bühnenrequisiten stellen. Seine Personalakten sind unvollständig, niemand kennt seine Herkunft.
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Im Spind lagert eine Tasche voller silberner Schokoladenglocken, alle identisch mit dem Fund auf Baumgartners Nachttisch.
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Schmid gibt auf Nachfrage zur Tatnacht verschiedene Antworten: Einmal war er angeblich im Keller, dann angeblich schon zuhause.
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Bei einer Kontrolle wird sein Handy auf dem Gelände geortet, obwohl er das Haus längst verlassen haben will.
Jana ermittelt
Jana, die neue Pflegeleiterin, sammelt systematisch Indizien:
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Sie entdeckt, dass die Kamera am Hintereingang mit Vaseline verschmiert wurde – jemand wollte die Sicht verhindern.
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In Keller’s Papierkorb liegt ein zerknüllter Zettel: „Baumgartner zu aufmüpfig! Disziplinarisch reagieren?“
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Meier wird bei Gesprächen blass, als Jana die Schlüssel anspricht.
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Baumann zeigt ihr stolz Fotos von alten Nikolausfeiern – auf einem alten Bild taucht auch Schmid, deutlich verjüngt, als Statist auf.
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Im Aufenthaltsraum hört Jana spät nachts stapfende Schritte und leises, dumpfes Lachen. Doch als sie nachschaut, ist niemand zu sehen.
Die rätselhaften Spuren
Folgende Spuren werden gefunden:
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Rote Stoffschnipsel in mehreren Büros.
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Schokoladenglocken in Baumgartners Zimmer und im Spind von Schmid.
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Der Nikolaus-Button taucht erst nach der Tat bei Keller auf.
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Ein Schlüsselbund, vermutlich von Meier, verschwindet spurlos.
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Ein handgeschriebener Zettel bleibt zurück: „Für die Gerechtigkeit, für die Wahrheit.“
Am Morgen des 6. Dezember sind die Gänge ruhig, doch keiner in der Leitung will über die Geschehnisse sprechen. Die Bewohner flüstern, die Spuren deuten in viele Richtungen – und über allem steht die Frage: Wer war in jener Nacht wirklich der Samichlaus?
Wer war der Samichlaus und wieso?