10. Dezember 2025 | Heinz W. Süess (unterstützt durch KI)
Der zweitte Adventssonntag in Sonnenried begann mit einem Schock:
Die große Holzkrippe auf dem Marktplatz – jedes Jahr das Herzstück des Weihnachtsmarktes – war verschwunden. Nur Spuren im Schnee, ein paar Holzsplitter und ein leerer Platz blieben zurück.
Polizeiobermeisterin Clara Weidmann übernahm die Ermittlungen. Letzter Wachmannsbericht: alles in Ordnung um 23:45 Uhr. Gegen Mitternacht war die Krippe weg.
Drei Dorfbewohner rückten ins Visier.
1. Karl Brenner – der Schreinermeister
Er hatte die Krippe vor Jahrzehnten geschnitzt, jede Figur eigenhändig. Letzten Winter beschwerte er sich lautstark über ruppige Besucher und forderte, die Krippe in Zukunft besser zu schützen.
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In seinem Werkzeugkoffer lagen frische Sägespäne – doch Karl schwor, in der Nacht nicht in seiner Werkstatt gewesen zu sein.
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Niemand konnte sein Alibi bestätigen: Er habe geschlafen, sagte er.
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Auf die Frage, ob er wütend genug war, um seine eigene Arbeit zu verstecken, schwieg er lange.
2. Sabine Lenz – die Punschverkäuferin
Ihr Stand lag direkt neben der Krippe. Seit ein neuer Glühweinstand gegenüber eröffnet hatte, blieben viele Kunden fern.
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In den Spuren im Schnee fand Clara einen zerdrückten Becher aus Sabines Stand.
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Auch bemerkte sie, dass Sabine seit Tagen gereizt war.
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Sabine beteuerte, sie habe nach Mitternacht nur aufgeräumt. „Von der Krippe hab ich nichts gesehen“, sagte sie – vielleicht etwas zu hastig.
3. Lukas Weber – der Organist und Fotograf
Er liebte es, den Weihnachtsmarkt bei Nacht zu fotografieren. Seine Kamera zeigte Aufnahmen um 23:57 Uhr – da stand die Krippe noch. Doch um 00:12 Uhr war sie verschwunden.
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Auf seinem Stativ klebten feine Holzspäne.
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Außerdem fand Clara in seinem Rucksack ein Stück von der Krippenunterlage – ein Rest Leinenstoff, der an einem Stativbein hing.
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Lukas behauptete, es müsse sich beim Fotografieren gelöst haben. Aber warum hatte er danach plötzlich die Speicherkarte gelöscht?
Die offenen Fragen
Clara saß in ihrem Büro und betrachtete die drei Akten. Jede enthielt ein Motiv, ein Indiz – und ein kleines Rätsel.
War es Karl, der seine geliebte Krippe schützen wollte, indem er sie an einen sicheren Ort brachte?
Oder Sabine, die durch den Skandal Aufmerksamkeit und Kundschaft suchte?
Vielleicht auch Lukas, der für seine „künstlerischen Aufnahmen“ etwas zu weit ging?
Die Krippe tauchte schließlich wieder auf – unversehrt, in einem alten Schuppen hinter der Kirche. Doch wer sie dorthin gebracht hatte, blieb unbewiesen.
Nur eines war sicher: Irgendjemand in Sonnenried wusste mehr, als er zugab.
Wer war es?