24. Dezember 2025 | Heinz W. Süess (unterstützt durch KI)

Die Firmenweihnachtsfeier der Nordlicht Solutions GmbH sollte eigentlich ein versöhnlicher Jahresabschluss werden. Das Jahr war schwierig gewesen: Stellenabbau, Umstrukturierungen, Gerüchte über geheime Bonuszahlungen der Geschäftsleitung. Doch an diesem Abend wollte man das alles vergessen. Glühwein dampfte, die Band spielte „Last Christmas“, und die Stimmung war – zumindest oberflächlich – gelöst.

Kurz nach dem Hauptgang betrat ein Weihnachtsmann den Saal.

Er war perfekt gekleidet: roter Mantel, weißer Bart, schwere Stiefel. Niemand hatte ihn angekündigt, doch alle gingen davon aus, dass die Personalabteilung wieder einmal eine Überraschung organisiert hatte. Lachend rief man ihm zu, er solle näherkommen. Der Weihnachtsmann winkte – und griff zum Mikrofon.

Was dann folgte, ließ das Lachen gefrieren.

Mit ruhiger, fast spöttischer Stimme begann er, Geschenke zu verteilen – allerdings nicht in Form von Päckchen, sondern als Worte. Er sprach von versteckten Abfindungen, von internen Mails, in denen die Geschäftsführung über „entbehrliche Mitarbeiter“ gelästert hatte. Er nannte konkrete Zahlen, zitierte vertrauliche Sitzungsprotokolle und sprach Dinge aus, die nur ein kleiner Kreis kennen konnte.

Die Firmenleitung wurde kreidebleich.

Der Weihnachtsmann lächelte unter seinem Bart, wünschte „Frohe Weihnachten – und ein reines Gewissen“, und verschwand durch eine Seitentür. Als man ihm folgte, war er weg. Keine Spur. Keine Kamera hatte sein Gesicht klar erfasst. Niemand wusste, woher er gekommen war – oder wohin er gegangen war.

Am nächsten Morgen begann die Suche.

War es ein aktueller Mitarbeiter? Jemand aus der IT? Eine entlassene Führungskraft? Oder ein Externer, der sich Zugang verschafft hatte? Je tiefer man grub, desto deutlicher wurde: Der Weihnachtsmann wusste zu viel. Und er hatte nicht gelogen.

Während die Geschäftsleitung versuchte, den Vorfall zu vertuschen, begann unter den Mitarbeitern ein leises Umdenken. Manche sagten, der Weihnachtsmann sei ein Held gewesen. Andere fürchteten, er könnte zurückkommen – denn in der Firma gab es noch viele Geheimnisse.

Und irgendwo, gut versteckt, hing ein roter Mantel.
Bereit für das nächste Weihnachten.

Zu den möglichen Tätern:


Variante 1: Der entlassene IT-Administrator

Wer er war

Ein ehemaliger IT-Administrator, der wenige Monate zuvor im Zuge der Umstrukturierung „freigesetzt“ wurde – offiziell wegen Kostensenkung.

Motiv

Rache und moralische Abrechnung. Er wusste, dass die Kündigungen ungerecht verteilt waren und dass die Geschäftsleitung selbst hohe Boni kassierte.

Anhaltspunkte
  • Der Weihnachtsmann zitiert interne E-Mails wortgenau – inklusive Zeitstempel.

  • Er kennt Passwort-Änderungszyklen und erwähnt beiläufig:
    „Manche Türen schließen sich nur scheinbar.“

  • Die Kameraaufzeichnungen fallen genau fünf Minuten aus – ein typischer Zeitraum für einen geplanten Systemreset.

  • Nach der Feier stellt man fest: Kein Zugriff wurde offiziell protokolliert, obwohl sensible Daten genutzt wurden.

  • Ein Kollege erinnert sich:
    „Der Weihnachtsmann hatte denselben Gang wie Markus aus der IT.“

-> Er hatte nie alle Zugänge verloren – nur niemand hatte das geprüft.


Variante 2: Die Assistentin der Geschäftsführung

Wer sie war

Die langjährige persönliche Assistentin des Geschäftsführers – unscheinbar, loyal wirkend, stets im Hintergrund.

Motiv

Jahrelange Demütigungen, Mitwisserschaft und die Erkenntnis, selbst jederzeit ersetzbar zu sein.

Anhaltspunkte
  • Der Weihnachtsmann kennt private Details aus Vorstandssitzungen, die nie digital festgehalten wurden.

  • Er weiß, wer bei welchen Abstimmungen gelogen hat – inklusive Körpersprache.

  • Während des Auftritts fehlt die Assistentin auffällig – niemand weiß, wo sie ist.

  • Der Weihnachtsmann benutzt interne Spitznamen, die nur im Vorstandsbüro verwendet werden.

  • In der Garderobe findet man später Damenhandschuhe, die nicht zum Kostüm passen.

-> Sie wusste alles – weil sie immer dabei war, aber nie ernst genommen wurde.


Variante 3: Ein aktueller Mitarbeiter – ein Kollektiv im Hintergrund

Wer er war

Ein scheinbar unauffälliger Sachbearbeiter. Doch er handelte nicht allein.

Motiv

Nicht Rache, sondern Gerechtigkeit. Mehrere Mitarbeiter hatten über Jahre hinweg Informationen gesammelt.

Anhaltspunkte
  • Der Weihnachtsmann spricht von verschiedenen Abteilungen, ohne sich zu widersprechen.

  • Die Informationen stammen aus unterschiedlichen Quellen (HR, Controlling, IT).

  • Nach der Feier kursieren anonym weitere Dokumente – offensichtlich vorbereitet.

  • Mehrere Mitarbeiter verhalten sich auffällig ruhig, fast erleichtert.

  • Ein Satz des Weihnachtsmanns bleibt hängen:
    „Ich bin heute nur die Stimme – nicht der Ursprung.“

-> Selbst wenn man ihn enttarnt, bleiben die anderen anonym.

Wer war es? Und wieso?

    Variante 1Variante 2Variante 3

    Warum?